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Forschungsprojekte (A, B, C)

Geschichte erzählen (A)

Dieser Cluster befasst sich mit der narrativen Konstruktion und Sinnstiftung der Vergangenheit. A01 (Conermann/Bonn) ediert und analysiert Mehmed Girays krimtatarische und osmanische Chronik (1683–1703) und deren Erzählstrategien. A02 (Friede/Bochum) entwickelt die Kategorie der „narrativen Konstellationen“ zur Analyse des altfranzösischen Prosa-Lancelot-Gral-Zyklus. A03 (Krause/Bochum) wendet einen diachronen narratologischen Zugang auf prophetische Bücher der Hebräischen Bibel an (Amos, Ezechiel). A04 (Morenz/Bonn) untersucht, wie zwei große gesellschaftliche Krisen im pharaonischen Ägypten neue historiographische Stile hervorbrachten. A05 (Setzer-Mori/Bochum) erforscht Geschichtsdarstellung unter Zensur im kommerzialisierten Buchmarkt des frühneuzeitlichen Japan. A06 (Tilg/Freiburg) verfolgt Ursprünge und Funktionen des Schlüsselromans des 17. Jahrhunderts ausgehend von John Barclays lateinischen Romanen.

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Ideen erzählen (B)

Dieser Cluster untersucht, wie Konzepte und Argumente in Narration überführt werden. B01 (Baumbach/Bochum) betrachtet „Erste Erfinder“ in der antiken Literatur als selbstreflexive Figuren poetischer Kreativität. B02 (Bezner/Freiburg) entwickelt eine Poetik integumentalen Erzählens in der lateinischen Literatur des 12. Jahrhunderts, in der philosophische Konzepte als Figuren handeln. B03 (Gunsenheimer/Bonn) untersucht die Übernahme des europäischen „Nation“-Konzepts durch indigene Autoren im kolonialen spanischen Amerika. B04 (Müller/Bonn) theoretisiert das Erzählen im antiken philosophischen Dialog (Platon, Cicero). B05 (Rüggemeier/Bonn) bewertet den „Heiligen Geist“ als „hinter den Kulissen“ agierende Figur im Markusevangelium mittels kognitiver Narratologie neu. B06 (Schwermann/Bochum) analysiert Allegorien und Exempla als Argumente der Regierungsführung in klassischen chinesischen Traktaten.

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Leben erzählen (C)

Dieser Cluster konzentriert sich auf Figur und Lebensdarstellung. C01 (Brüggen/Bonn) untersucht die Kunst der Charakterdarstellung in Wolframs von Eschenbach Parzival. C02 (von Contzen/Freiburg) entwickelt eine bewegungsorientierte Figurentheorie anhand von Chaucers Canterbury Tales. C03 (Eggert/Bochum) erforscht Narrativität in koreanischen Trauerritualtexten (chemun) des 16.–18. Jahrhunderts. C04 (Kollatz/Heidelberg) untersucht biografische Kompendien der Mamluk-Periode und deren Erzählung von Karrieren und Abhängigkeiten. C05 (Reinöhl/Freiburg) analysiert Wiederholungen in der vom Aussterben bedrohten mündlichen Überlieferung Igu im östlichen Himalaya.

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