{"id":27,"date":"2026-06-19T13:22:50","date_gmt":"2026-06-19T11:22:50","guid":{"rendered":"https:\/\/narratology.de\/?page_id=27"},"modified":"2026-06-19T14:56:04","modified_gmt":"2026-06-19T12:56:04","slug":"zusammenfassung-des-forschungsprogramms","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/narratology.de\/index.php\/zusammenfassung-des-forschungsprogramms\/","title":{"rendered":"Zusammenfassung des Forschungsprogramms"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Menschen haben schon immer Geschichten erz\u00e4hlt. \u00dcber alle Epochen und Kulturen hinweg spielten Erz\u00e4hlungen eine wichtige Rolle f\u00fcr den sozialen Zusammenhalt. Der geplante Transregio-SFB \u201eHistorical and Transcultural Narratology\u201c untersucht vormoderne (antike, mittelalterliche, fr\u00fchneuzeitliche) Erz\u00e4hlungen aus verschiedenen kulturellen Kontexten, mit dem Ziel, die Dynamik und die Funktionen des Erz\u00e4hlens in vergangenen Kontexten systematisch und vergleichend zu untersuchen. Dabei wird eine komparatistische sowie historisch und kulturell sensible Perspektive eingenommen. Der TRR m\u00f6chte eine neue historisch-transkulturelle Narratologie entwickeln, die die Voreingenommenheit der sogenannten \u201aklassischen\u2018 (und immer noch aktuellen) Erz\u00e4hltheorie und deren engen Fokus auf westliche und moderne\/postmoderne Traditionen \u00fcberwindet. Die Erz\u00e4hltheorie, die der SFB entwickeln m\u00f6chte, soll historisch und kulturell inklusiv und flexibel genug sein, um unterschiedliche historische Erz\u00e4hlformate und -funktionen aus ganz verschiedenen kulturellen Kontexten zu erfassen und so neue Wege f\u00fcr eine komparative, interdisziplin\u00e4re Literatur- und Kulturwissenschaften auf globaler Ebene er\u00f6ffnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Methodologisch verbindet der TRR zwei neuere Ans\u00e4tze der Erz\u00e4hlforschung: die&nbsp;<em>historisch-diachrone<\/em>&nbsp;Narratologie sowie die&nbsp;<em>transkulturelle<\/em>&nbsp;Analyse von Erz\u00e4hltexten. Die Kombination von Ans\u00e4tzen, die sich auf \u201aaltes\u2018 Material und \u201afremde\u2018 Kulturen st\u00fctzen, unterscheidet sich grundlegend von den vorherrschenden Trends in der Erz\u00e4hltheorie, die sich zum einen fast ausschlie\u00dflich auf moderne Erz\u00e4hlungen konzentrieren (d.h. auf Texte, die nach 1800 verfasst wurden) und zum anderen auf Erz\u00e4hlungen abheben, die in westlichen Kulturen entstanden sind, mit einer problematischen Engf\u00fchrung auf englischsprachige Texte. Der geplante TRR untersucht die r\u00e4umlich-zeitlichen Dimensionen von Erz\u00e4hlformen und ist fokussiert auf Erz\u00e4hlpraktiken in einer transkulturellen Perspektive jenseits der genannten&nbsp;<em>biases<\/em>. Eine solche umfassende Analyse der historischen und transkulturellen Dimensionen des Erz\u00e4hlens ist umso dringlicher, als sie das Potenzial hat, die etablierten westlichen Annahmen der Literaturgeschichte, die oft zutiefst eurozentrisch sind, in Frage zu stellen und sie durch ein neues Verst\u00e4ndnis von Erz\u00e4hlformen in ihrer historischen und globalen Heterogenit\u00e4t und Vielfalt zu ersetzen. Ziel des TRR ist es daher, Ans\u00e4tze und Erkenntnisse aus der historisch-diachronen Untersuchung von Erz\u00e4hldiskursen mit der Analyse von Erz\u00e4hlformen und Genres auf der r\u00e4umlich-kulturellen Ebene der Transkulturalit\u00e4t zu verkn\u00fcpfen. Die erwarteten Forschungsergebnisse werden sowohl einen umfassenden historischen und transkulturellen Vergleich des Erz\u00e4hlens in globaler Perspektive erm\u00f6glichen als auch einen grundlegend neuen Blick auf die Genese, Variabilit\u00e4t und Funktionen von Erz\u00e4hlformen bieten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Menschen haben schon immer Geschichten erz\u00e4hlt. \u00dcber alle Epochen und Kulturen hinweg spielten Erz\u00e4hlungen eine wichtige Rolle f\u00fcr den sozialen Zusammenhalt. 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